IST MEIN FRETTCHEN GESUND?

Um beurteilen zu können, ob Ihr Frettchen gesund ist, müssen Sie wissen, was für Ihr Frettchen "normal“ ist. Genau wie bei Kindern kann Verhalten angeboren oder erlernt sein. Bestimmte Verhaltensweisen sind instinktiv, zum Beispiel das Säugen bei der Mutter nach der Geburt. Der Rest des Verhaltens ist von den Eltern oder durch Beobachtung erlernt und wird dann instinktiv. Tiere lernen in ihrem Leben ständig hinzu. Am wichtigsten sind dafür Sehfähigkeit, Gehör und Geruchssinn. Geräusche werden nicht beachtet, denn sie könnten dazu führen, dass das Tier von einem Raubtier entdeckt wird. Die Ziele des Verhaltens sind Fressen, Nicht-Gefressen-Werden und Fortpflanzung.

NORMALES VERHALTEN
Frettchen sind Tagtiere, d.h. sie machen während des ganzen Tages und während der Nacht kleine Nickerchen. Sie lieben Gesellschaft, am liebsten die eines anderen Frettchens.

GESUNDHEIT
Wenn Sie Ihr Frettchen gut versorgen und darauf achten, dass es das richtige Futter, die richtige Umgebung, Bewegung und Aufmerksamkeit bekommt, dann bleibt Ihr Frettchen fit und gesund, aufmerksam und frisst und trinkt normal. Jüngere und ältere Haustiere werden auf Grund ihres schlechteren Abwehrsystems leichter krank. Wenn Sie Ihr Haustier jeden Tag festhalten, können Sie es auf Anzeichen einer Krankheit hin kontrollieren.

Frettchen müssen aufmerksam sein. Achten Sie auf seine Nahrungsaufnahme, um zu prüfen, ob es normal frisst und trinkt.

Jede Änderung des normalen Verhaltens kann ein Hinweis auf ein Problem sein. Achten Sie besonders auf folgende Dinge:
  1. Aufnahme von weniger Futter oder Trinken als sonst
  2. Unruhe oder Lustlosigkeit – oder zusammengekauerte Haltung
  3. duffes, verschmutztes oder juckendes Fell
  4. Absonderungen aus Augen, Ohren oder Nase
  5. matte Augen
  6. Zahnbelag auf den Zähnen
  7. Ohrschmalz in den Ohren Lange Krallen
Häufige Krankheiten
Es ist also entscheidend, dass Sie Ihr Frettchen gut kennen lernen, indem Sie es festhalten und es versorgen, denn dann fällt Ihnen Ungewöhnliches schnell auf. Einige der häufigsten Krankheiten und gesundheitlichen Probleme, die bei Frettchen auftreten können:

Probleme mit den Augen
Gesunde Augen sind klar und leuchten. Wenn die Augen matt sind, müssen Sie das Frettchen zum Tierarzt bringen.

Probleme mit den Ohren
Wenn Sie Ohrschmalz in Ohren sehen oder Ihr Frettchen kratzt sich ständig an seinen Ohren oder wenn es Gleichgewichtsprobleme hat, müssen Sie mit Ihrem Frettchen zum Tierarzt.

Infektionen der Atemwege
Stress, wie zum Beispiel Schwangerschaft, Trennung, Übervölkerung und schlechte Gesellschaft kann Krankheiten verursachen. Die Symptome sind Niesen, Husten, Fieber, eine Absonderung aus der Nase und Lustlosigkeit. Gehen Sie in dem Fall mit Ihrem Frettchen zum Tierarzt, denn wahrscheinlich braucht es in dem Fall Antibiotika. Frettchen können auch Zwingerhusten bekommen und der schlägt oft um in eine Lungenentzündung. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Frettchen nicht in einem Zwinger mit Hunden untergebracht wird, oder lassen Sie es eventuell impfen, bevor Sie es in einem Zwinger unterbringen.

Futterbedingter Durchfall
Dies kann durch eine plötzliche Änderung der Zusammensetzung des Futters verursacht werden. Neues Futter muss ganz allmählich über einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen eingeführt werden. Durchfall gibt sich meistens innerhalb von wenigen Tagen. Wenn das nicht der Fall ist, müssen Sie sich an Ihren Tierarzt wenden.

Infektiöser Durchfall
Dies kann durch Parasiten, Bakterien oder ein Virus verursacht werden. Jedes Frettchen kann dies in jedem Alter bekommen, allerdings sind jüngere Frettchen in dieser Beziehung empfindlicher. Es ist auf alle Fälle wichtig, die Ursache herauszufinden, denn Frettchen können schnell wirklich krank werden, was dann zum Austrocknen, schlechtem Allgemeinzustand und im schlimmsten Fall zum Tod führen kann. Gehen Sie auf alle Fälle mit Ihrem Frettchen zum Tierarzt.

Erbrechen
Dies hat häufig mit der Anwesenheit von Fremdkörpern im Verdauungstrakt zu tun, wie Haarbälle und Stückchen Spielzeug. Bürsten Sie Ihr Frettchen regelmäßig (vor allem während es in der Räude ist), um das lose Haar, das Haarbälle verursacht, zu verringern. Wenn sich Ihr Frettchen übergibt, empfiehlt es sich grundsätzlich, zum Tierarzt zu gehen, denn es könnte auch ein ernster Grund sein.

Tollwut
Frettchen bekommen sehr leicht Tollwut, was oft tödlich ist. Anzeichen hierfür: Absonderungen aus Augen, Nase und Schnauze (Augen können geschlossen sein). Weitere Symptome: Appetitverlust, Ausschlag und Lustlosigkeit. Es ist äußerst ansteckend und die Ansteckung kann bereits durch Urin von Hunden erfolgen, der auf der Straße an Ihre Schuhsohlen gerät. Bitten Sie Ihren Tierarzt, Ihr Frettchen zur Vorbeugung einer Ansteckung zu impfen, wenn es 9 – 10 Wochen alt ist.

Durch Östrogen verursachte Blutarmut
Fähen kommen in die Ranz und wenn sie nicht gedeckt werden, kann die Ranz manchmal sehr lange dauern und sogar in die Dauerranz übergehen. Lange andauernde hohe Mengen Östrogen im Köper können Blutarmut verursachen. Damit das nicht passiert, wenn Sie mit Ihrer Fähe nicht züchten, müssen Sie sie sterilisieren lassen, oder ihr, wenn sie in der Ranz ist, ein kastriertes Männchen zur Verfügung stellen. Es wird sie dann decken und ihre Ranz beenden, ohne dass sie schwanger geworden ist.

Externe Parasiten
Ohrmilben kommen häufig vor. Sie erkennen sie daran, dass Ihr Frettchen ständig seinen Kopf schüttelt und sich an seinen Ohren kratzt. Dies kann zu einer Entzündung des betreffenden Bereichs kommen und ist für das Tier unangenehm. Kontrollieren Sie Ihr Frettchen regelmäßig in Bezug auf Flöhe und Flohkot. Wenn Sie Flöhe finden, müssen Sie Ihr Frettchen mit einem für Frettchen geeigneten Flohmittel behandeln. Vergessen Sie nicht, auch den Käfig zu behandeln!

Fragen Sie immer Ihren Tierarzt, wenn Sie vermuten, dass Ihr Frettchen behandelt werden sollte.