| IST MEIN KANINCHEN GESUND? |
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Um beurteilen zu können, ob Ihr Kaninchen gesund ist, müssen Sie wissen, was für Ihr Kaninchen "normal“ ist. Genau wie bei Kindern kann Verhalten angeboren oder erlernt sein. Manches Verhalten ist instinktiv, zum Beispiel das Säugen bei der Mutter nach der Geburt. Der Rest des Verhaltens ist von den Eltern oder durch Beobachtung erlernt und wird dann instinktiv. Tiere lernen in ihrem Leben ständig hinzu. Am wichtigsten sind dafür Sehfähigkeit, Gehör und Geruchssinn. Geräusche werden nicht beachtet, denn sie könnten dazu führen, dass das Tier von einem Raubtier entdeckt wird. Die Ziele des Verhaltens sind Fressen, Nicht-Gefressen-Werden und Fortpflanzung. NORMALES VERHALTEN Für Kaninchen ist die Wachsamkeit ihre erste Verteidigung; sie verbringen den größten Teil des Tages damit, dass sie nach Raubtieren und Gefahren Ausschau halten. Kaninchen verlassen sich stark auf ihren Geruchssinn und schnuppern ständig in der Luft, ob sie ein Anzeichen dafür verspüren, wer oder was in ihrer Nähe ist – und ob es sich um Freund oder Feind handelt. Kaninchengeräusche Kaninchen benutzen ihre Stimme nicht besonders, aber sie können doch verschiedene Geräusche von sich geben, die verschiedene Gefühle ausdrücken: Aufstampfen mit den Hinterläufen – dieses Geräusch wird mit Angst assoziiert und ist eine Methode, mit der andere in der Umgebung vor Gefahr gewarnt werden. Dominante Kaninchen stampfen auch, um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Blasen, Grunzen oder Brummeln – das deutet meistens auf Aggression hin und geht oft einem Angriff voraus. Meistens zeigt es, dass das Kaninchen sich bedroht fühlt oder dass es sein Territorium abgrenzen will. Zähneknirschen – leises Zähneknirschen oder Grunzen bedeutet, dass Ihr Kaninchen sich freut (das tut es oft, wenn es gekrault oder gestreichelt wird). Lautes Zähneknirschen ist, genau wie lautes Fiepen oder Quieken, ein Zeichen für starke Schmerzen – es kann auch Gefahr bedeuten. GESUNDHEIT Wenn Sie Ihr Kaninchen gut versorgen und darauf achten, dass es das richtige Futter, die richtige Umgebung, Bewegung und Aufmerksamkeit bekommt, dann bleibt Ihr Kaninchen fit und gesund, aufmerksam und frisst und trinkt normal. Jede Änderung des normalen Verhaltens kann ein Hinweis auf ein Problem sein. Achten Sie besonders auf folgende Dinge:
Häufige Krankheiten
Kaninchen können zahlreiche Krankheiten bekommen und sind nicht besonders widerstandsfähig. Daher ist es wichtig, dass man Anzeichen einer Krankheit rechtzeitig entdeckt. Es ist also entscheidend, dass Sie Ihr Kaninchen gut kennen, denn dann fällt Ihnen Ungewöhnliches schnell auf. Einige der häufigsten Probleme: Zahnprobleme – Kaninchenzähne wachsen das ganze Kaninchenleben lang immer weiter und zwar mit einer Geschwindigkeit von 2 mm bis 3 mm pro Woche. Kaninchen brauchen faserreiche Nahrung, damit ihre Zähne gleichmäßig abgenutzt werden und nicht zu lang werden. Wenn die Zähne nicht abgerieben werden, wachsen sie verkehrt, und das kann unangenehm sein, aber auch zu Abszessen, Anorexia usw. führen. Möglicherweise müssen die Zähne vom Tierarzt abgerieben werden, um das Problem zu beseitigen. Anzeichen von Zahnproblemen können Speichel um den Mund, auf der Brust oder an den Vorderläufen, mühseliges Fressen oder Zähneknirschen sein. Wenn Sie sich auch nur die geringsten Sorgen um Ihr Kaninchen machen, fragen Sie Ihren Tierarzt um Rat. Fliegenmaden – Kaninchenkot zieht Fliegen an, im Stall oder am Hinterteil des Kaninchens. Aus Fliegeneiern werden Larven und dann Maden, die sich zunächst von Kaninchenkot ernähren und sich dann in die Haut des Kaninchens eingraben, wo sie sich vom Fleisch des Kaninchens ernähren. Das macht im Allgemeinen Beschwerden, ist schmerzhaft und führt meistens zum Tod. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kaninchen nicht von Fliegenmaden befallen werden kann, indem Sie den Kot regelmäßig aus dem Stall entfernen und Ihr Kaninchen täglich bürsten. Ein gut belüfteter Stall zieht Fliegen nicht so schnell an und sie werden nicht so leicht dort eingeschlossen. Spritzen Sie Home Help in den Stall und auf die Einstreu, um Fliegen abzuwehren und Bakterien zu beseitigen. Wenn Sie vermuten, dass Ihr Kaninchen Fliegenmaden hat, müssen Sie unverzüglich mit ihm zum Tierarzt. Erkältung / Pasteurella – dies ist eine Krankheit, die durch Bakterien verursacht wird und durch Stress hervorgerufen werden kann (hohe Temperatur, Zug, feuchte Einstreu usw.). Die Symptome des Tiers ähneln stark denen einer Erkältung: Lecknase, Atemprobleme und Absonderungen aus den Augen. Eine Erkältung kann zu schwer wiegenderen Problemen führen, wie Lungenentzündung, Gleichgewichtskrankheit und Zahnwurzelfäule. Sorgen Sie dafür, dass der Stall gut belüftet ist und dass die Temperatur relativ konstant ist (etwa 16 °C). Entfernen Sie alle feuchte Einstreu aus dem Stall. Gehen Sie zum Tierarzt, wenn Ihr Kaninchen etwas kümmerlich aussieht. Parasiten – Kaninchen sind empfindlich gegen eine Reihe interner und externer Parasiten wie Flöhe, Milben, Würmer und Kokzidiose. Kaninchen, die im Hause gehalten werden, müssen von allerlei Parasiten frei gehalten werden, damit sie in optimalem Zustand sind. Anzeichen von Parasiten sind verschiedenartig: von schlechterer Kondition über Durchfall oder schmerzhafte Haut, je nach Art und Ort der Infektion. Wenden Sie sich an Ihren Tierarzt: bitten Sie um eine Diagnose und eine geeignete Behandlung. Magen-und-Darm-Probleme – die Ursache hierfür kann verkehrtes Futter sein, Stress, Parasiten usw. Ihr Kaninchen hat dann eine gestörte Verdauung und Symptome sind Blähungen, Verstopfung oder Durchfall oder eine Kombination dieser Symptome. Ihr Kaninchen muss in dem Fall so schnell wie möglich behandelt werden, damit es nicht zu Austrocknungserscheinungen kommt und damit sich die Lage nicht verschlechtert, denn das kann durchaus schnell gehen. Fragen Sie Ihren Tierarzt um Rat, wenn Ihr Kaninchen Anzeichen einer dieser Krankheiten aufweist. Myxomatose – diese Krankheit wird durch Fliegen verbreitet oder durch Kontakt mit anderen infizierten Kaninchen oder Gegenständen. Die Symptome sind meistens geschwollene Augenlieder und eine dickliche Absonderung aus den Augen und den Nüstern. Das Kaninchen wird völlig passiv und frisst nicht mehr. Im Allgemeinen ist diese Krankheit tödlich. Wenn Ihr Kaninchen eines dieser Symptome aufweist, müssen Sie es sofort zum Tierarzt bringen und es von anderen Kaninchen absondern. Bedenken Sie, dass eine Impfung dieser Krankheit vorbeugen oder auf alle Fälle ihr Ausmaß verringern kann. Auch die regelmäßige Kontrolle auf Flöhe und ein sauberer Stall können verhindern, dass sich das Virus verbreitet. Gefährliche Pflanzen Das Füttern Ihres Kaninchens mit Pflanzen bringt Abwechslung in den Speiseplan und kann das Interesse Ihres Kaninchens an der Nahrung fördern, denn Pflanzen enthalten essenzielle Nährstoffe wie Vitamine und Mineralien. Allerdings gibt es Pflanzen, die für Kaninchen schädlich sind, wenn sie sie fressen. Manche Pflanzen verursachen Krankheiten, Beschwerden oder sind sogar tödlich. Die folgenden Pflanzen sind u.a. für Ihr Kaninchen schädlich. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kaninchen sie nicht ins Futter bekommt bzw. dass es diese Pflanzen nicht findet: Efeu Holunderstrauch Iris Bittersüß (ein Halbstrauch aus der Gattung der Nachtschattengewächse) Stechpalme Butterblumen Fingerhut Klematis (Waldrebe) Das Fressen giftiger Pflanzen kann unterschiedliche Auswirkungen auf Ihr Kaninchen haben. Die Symptome können sein: Hautallergien, Atemprobleme und Übelkeit. Wenn Sie nicht sicher wissen, ob eine Pflanze giftig ist oder nicht, dann lassen Sie Ihr Kaninchen sie nicht fressen! Wenn Sie vermuten, dass Ihr Kaninchen vergiftet ist, müssen Sie es sofort zum Tierarzt bringen. Supreme Petfoods hat ein Faltblatt mit Informationen über giftige Pflanzen: "Russel & Gerty’s Guide to Dangerous Plants". |
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